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In Teil 1 und in Teil 2 unseres Trachten-Guides hast Du schon gelernt, wie Du Dich für Deinen Wiesn-Auftritt perfekt stylst. Hier erfährst Du nun, mit welchen Accessoires bzw. wie Du generell Deinem Trachtenlook das gewisse Etwas verleihst.

Was drüber ziehen?

Was drüber ziehen?

An eine Jacke müssen wir unbedingt denken. Im Frühherbst wird es doch schon mal frischer.

Der Clou ist, dass zu einem Dirndl offiziell ein Trachtenblazer gehört. Diese aufwendig verarbeiteten Jäckchen sind wie für uns gemacht. Sie sind tailliert und haben einen V-Ausschnitt sowie eine gerade Knopfleiste. Wunderbar! Denn es geht noch weiter: Es gibt diese Trachtenjacken kurz geschnitten bis zur Taille – das ist natürlich die modernere Form – und klassisch so gemacht, dass sie bis leicht über den Poansatz geht. Dabei bleibt die Taille stets betont.

Diese Jacken kannst Du im Alltag ganzjährig zu allen Anlässen kombinieren. Übrigens ist dies auch Deine perfekte Wahl, falls Du Dich gleich für unsere Dindl-Alternative entscheiden solltest.

Tipp: Blazer mit Paspeln und anderen senkrechten Verzierungen, die Deine Körperform mitbeschreiben, betonen Deine Sanduhrfigur gekonnt. Interessanterweise machen diese Linien sogar schlank.

Was kannst Du noch über Dein Dirndl anziehen?

Kleine Cardigans, die Dir nur bis zur Taille gehen, sehen auch super aus. Diese sollten aber nicht aus schwerem Strick gearbeitet sein. Besser Stoffe, die sich an Deinen Körper leicht anschmiegen. Das trägt dann nicht auf.

Aus dem gleichen Grund sind aufwendige Zopfmuster auch nicht der beste Freund von uns Sanduhr-Ladies.

Die optimale Passform: Wann sitzt ein Dirndl richtig?

Was wir Dir jetzt erzählen, könnte im ersten Moment verstörend klingen. Schließlich sagen wir immer, Du sollst Dich wohl in Deiner Haut fühlen. Dieses Mal kommt Dein Wohlfühlmoment eher durch den Blick in den Spiegel.

Wann passt ein Dirndl richtig?

Denn: Dein Dirndl muss so sitzen, als wäre es zu eng. *Jap*, richtig gehört.
Damit Dein Oberkörper so richtig gut zur Geltung kommt – respektive Dein Vorbau und Deine schlanke Mitte – musst Du mit ein wenig… sagen wir „Zug“, leben. Keine Angst, nachdem Du Dich ein wenig bewegt hast, wird der Stoff wärmer und dehnt sich etwas aus. Außerdem bietet der das Kleid ab der Taille abwärts sowie an den Armen hervorragend Bewegungsfreiheit.

Wirklich, die Kleider sind wahnsinnig bequem, hast Du Dich erst einmal gewöhnt. Immerhin waren Dirndl ursprünglich eine Arbeitsbekleidung.

Wann ist ein Dirndl zu eng?

Zu eng ist es dann, wenn es Dir kein hübsches Dekolleté zaubert, sondern Deine Brüste extrem plattdrückt. Auch viel zu eng ist es, wenn Du gar nicht mehr richtig atmen kannst oder aber über Deiner Taille noch einige Pölsterchen herausschauen. Unter den Armen sollte das Dirndl ebenfalls nicht einschneiden.

Wann ist ein Dirndl zu kurz?

Diese Frage können wir nicht ohne Wertung beantworten. Nur so viel: Traditionell gibt es keine Mini-Dirndl und eigentlich zeigt die Tradition gar kein Bein. Heute gelten 60-80 cm als elegant. Alles andere bleibt Dir überlassen, Wir haben durchaus schon sehr viele fesche Madels auf der Wiesn gesehen, mit Sanduhr-Figur und sehr kurzer Dirndl-Version. Und es sah gut aus. Probiere doch einfach mal aus. Welche Längen Dir Figur typisch am besten stehen, haben wir Dir ja in Teil 1 ausführlich verraten.

Wie muss das perfekte Dirndl aussehen?

Hier geht es jetzt mal nicht nur um Deine Figur. Das perfekte Dirndl hat auch eine Menge mit Deinem Farbtypus zu tun.
Ein kurzer Einblick für Dich:

  • Blond: Dirndl aus Knallfarben passen super. Rot und Pink fallen darunter, aber auch Lila Modelle und Blautöne. Nicht tragen sollten blonde Frauen Farben wir Gelb und Beige, weil die ganz schnell zu einem blassen Erscheinungsbild führen.
  • Braune Haare: Mit hohem Rotanteil? Dann stehen Dir warme Töne aus der Herbstfarbpallette gut. Außerdem passen Olivgrün und Petrol.
  • Ist Dein Haar sehr dunkel und Du hast dabei blaue oder grüne Augen? Dann versuche mal, wie Du Dir in kalten Farbtönen gefällst. Die passen nämlich am besten zu Deinem Farbtyp. Pastell Dirndl kannst Du außerdem gut tragen.
  • Rote Haare: Pastell und Nude: Das sind Deine Töne! Perfekt sieht ein Kleid in hellem Blau aus.

Das sind leider nur grobe Richtwerte. Denn je nach Farbtyp stehen Dir zum Beispiel kalte oder warme Töne gut oder auch Pastellfarben statt Knallfarben. Ich zum Beispiel bin ein dunkelkalter Wintertyp mit dunklem Haar, blauen Augen und leicht oliv-farbenem Teint. Mir stehen sehr kräftige, kalte Farbtöne sehr gut.

Eine individuelle Farb- und Stilberatung hilft Dir hier auf jeden Fall weiter. Nachdem ich eine solche vor einigen Jahren gemacht habe, testete ich gleich mal die Wirkung. Eine Woche lang trug ich nur noch Farben, die mir laut Farbberatung gut stehen. Danach trug ich einen meiner Lieblingspullunder, den ich bis dahin sehr oft getragen hatte und der, wieich gelernt habe,  einen für mich falschen Grünton hatte. Das erste, was ich damals zu hören bekam: „Claudia, geht's Dir nicht gut? Du siehst heut‘ irgendwie blass aus!“ Ab in die Tonne damit, ich mußte es einsehen.

Eine Farb- und Stilberatung lohnt sich auf jeden Fall, um das Beste aus Dir herauszuholen.

Die Alternative zum Dirndl

Das Trachtenmieder und die Lederhose

Anstelle eines Kleides fühlen sich manche Damen wohler in Hosen. Wenn Du dazu gehörst, wird Dir dieser Trend hier besonders zusagen. Du kombinierst eine Lederhose mit einem Trachtenmieder.

Darunter trägst Du eine Bluse. Wie Du die richtige für Dich findest, kannst Du eins zu eins aus der Erklärung in Teil 1 unseres Trachtenguides hinsichtlich Dirndlbluse nachmachen.

Haarschmuck und Frisur sind ebenfalls analog. Allerdings erlaubt Dir diese Alternative auch ein wenig Knabenhaftigkeit. Du kannst statt einer Kette etwa ein Halstuch tragen oder entscheidest Dich für einen Dutt mit Federschmuck. Eventuell trägst Du ganz mutig einen Jägerhut dazu?

 

Was trägt Sanduhr-Frau dazu?

Dazu kannst Du alle Schuhe tragen, die auch zu einem Dirndl passen. Männliche Trachtenschuhe setzten ein modisches Statement und sind bequem. Allerdings machen hohe Schuhe das Outfit erst zum femininen Hingucker. Kniestrümpfe sehen zu einer kurzen Lederhose super aus.

Ganz gewagt kannst Du Wildlederstiefel zu der Kombination tragen. Du weißt schon, solche in olivgrün mit roten Schnürsenkeln. Wunderbare Interpretation. Solchen Stil bekommst Du sogar auch mit derben hohen Absätzen.

Was ist dabei zu beachten?

Eine Sache: Die Länge der Hose. Lange wabbelige Hosen lassen Dich unproportioniert aussehen. Besser etwas kürzere Varianten wählen. Hast Du eine sehr schlanke Sanduhr Figur, kannst Du allerdings auch gerne Capri-Längen tragen.
Das Mieder sollte sitzen wie der obere Teil des Dirndls, wenn Du einen sehr weiblichen Look erzielen willst. Bist Du eher auf ein knabenhaftes Gesamtwerk aus, greifst Du zu westenartigen Miedern. Aber auch die sollten wenigsten etwas tailliert sein.

Tipp: Lies hier nochmal die Basics hinsichtlich Jacken und Westen nach. Hier erfährst Du auch, welche Taschenformen und Kragenformen Dir stehen und welche Du eher meiden solltest.

Wie Du Deinem Dirndl-Outfit das gewisse Etwas verleihst

Statt einer Bluse kannst Du etwa ein Dirndl-Crop-Top anziehen. Wenn Du schon lange ein und das selbe Dirndl trägst, kannst Du mit einer neuen Schürze für einen interessanten Look sorgen.

Richtig gut: Es sind wieder hochgeschlossene Dirndelblusen in und die sind modern abgewandelt: Mit einem Schlitz zu einem Mini-V-Ausschnitt.

Mit einem traditionellen Charivari bist Du absolut im Trend. Diese feinen Ketten mit zahlreichen Anhängern sind so etwas wie das bayrische Bettelarmband. Du trägst es über Deinem Schürzenband entweder nach vorne oder nach hinten gewand.

Es gibt auch kleine Charivaris für Dein Oberteil. Aber als Sanduhr brauchst Du hier nicht noch einen Hingucker. Stattdessen kannst Du nach hübschen Broschen Ausschau halten, die Deinen Blazer oder Dein Strickjäckchen zieren werden.

Zu welchen Anlässen kannst Du sonst noch ein Dirndl tragen?

Im Grunde kannst Du das Dirndl immer tragen, auch in Deiner Freizeit. Ausnahme: zu einem wirklich festlichen Anlass im hohen Norden. Hier wird das Dirndl nämlich leider zu oft als Verkleidung abgespeist. Ansonsten steht dem Dirndl nichts im Wege. Wenn Du in der Gastronomie arbeitest, frage vorher unbedingt Deinen Arbeitgeber.

Die Bluse und den Blazer jedoch kannst Du ungefragt auch zur Arbeit kombinieren.

TIPP

Welche Dirndl Marken sind empfehlenswert?

Hier sind ein paar Namen von guten Dirndl-Herstellern. Mit diesen Tipps kannst Du Dich ganz gemütlich auf die Suche nach Deinem Dirndl machen. Auch in unserem Shop findest Du diese und andere Trachten-Marken, schau ruhig mal rein.

Die Liste ist noch sehr viel länger!!! Aber das ist ein Anfang. Das ist eine Auswahl für Dirndls aller Art.

Ausleihen statt kaufen: Vor- und Nachteile des Dirndl-Verleihs

Bleibt noch die Frage nach den Kosten. Solltest Du Dir vielleicht ein Dirndl ausleihen statt Dir eins zu kaufen? Warum eigentlich nicht? Wenn Du es nur einmal vorhast zu tragen.

Aber wenn es nur um den Preis gehen sollte: Schaue lieber einmal bei gebrauchten Dirndln. Wenn es nicht hundertprozentig passt, kannst Du mit der Nähmaschine immer noch nachhelfen und hast Dein eigenes.

Willst Du nämlich damit echt auf die Wiesn, musst Du Dir im Klaren sein, dass beim Feiern auch mal das ein oder andere Dirndl Flecken mäßig leiden kann. Beim geliehenen Dirndl kann das am Ende noch teurer werden….

Die richtige Pflege für Dein Dirndl

Eigentlich kommt ein hochwertiges Dirndl in die Reinigung. Seidenstoffe und Leinenfabrikate verzeihen keine Fehler in der hauseigenen Waschküche.

Du kannst aber schon beim Kauf darauf achten, ein Waschdirndl zu kaufen. Diese sind sehr zu empfehlen, wenn es nur auf Volksfesten zum Einsatz kommt – die sind dann aus 100% Baumwolle gearbeitet und dürfen einfach mit in Deine Waschmaschine.

 

Wie wäschst und bügelst Du Dein Dirndl richtig?

Hast Du das geklärt und Dein Etikett erlaubt es Dir, das Dirndl selber zu waschen, musst Du nun noch auf ein paar Sachen achten.

  • Nimm alle Verzierungen ab, die abzumachen gehen.
  • Sind zu viele dran und /oder Miederstäbe eingearbeitet, dann wasche Dein Kleid besser mit der Hand.
  • Knote die Schleife zum Waschen auf.
  • Als weitere Maßnahme steckst Du Dein gesamtes Dirndl in einen Wäschesack und drehst es dazu vorher auf Links.
    Wähle Feinwaschmittel, dass auf keinen Fall Chlor enthält. Sonst bleichen Dir die Farben aus. 30 ° C muss reichen.

Tipp: Stinkt das Kleid bloß und ist aber nicht dreckig, dann spare Dir das Waschen und friere es für 48 Stunden ein.

 

Wie bügelst Du Dein Dirndl?

Zum Trocknen hängst Du Dein Dirndl sorgfältig auf. Die Schürze kannst Du getrennt am besten weit ausgebreitet auf Deinen Wäscheständer legen. Schon beim Aufhängen solltest Du alle Verzierungen in Form bringen. Danach wird es schwierig.
Stelle das Bügeleisen auf Baumwolltemperatur und lege zwischen Stoff und Eisen ein sauberes Backpapier. So verhinderst Du, dass der Stoff zu glänzen beginnt oder sich verfärbt.

Oftmals musst Du die Schürze mit einer anderen Temperatur bügeln. Das Du über Perlen und Co nicht bügeln solltest, weißt Du ja. Du kannst also Dein Dirndl durchaus selbst pflegen. Allerdings ist es einfacher, Du investierst in die Reinigung und einen Kleiderschutzsack.

Übrigens: Bluse und BH gehören separat gewaschen. Hier kannst Du gerne etwas bleichen, damit das strahlender Weiß lange erhalten bleibt. Lederhosen bearbeitest Du schnell mit Schuhputzbürsten für Wildleder.

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Puh, das war jetzt aber eine Menge Wissen für Nicht-Bayerinnen. Wir hoffen, Dir hat jeder einzelne Punkt Spaß gemacht und bist motiviert, Dich auf die Suche nach Deinem Dirndl zu begeben. Oder hat es dir die Lederhosen-Trachtenmieder-Kombi angetan? Ganz egal.

Uns hat die Recherche sehr viel Freude gemacht und wir sind vor allem begeistert, Dir die frohe Kunde zu überbringen: Das Dirndl ist wie für Deine Sanduhr gemacht! Eigentlich sollten wir jetzt alle nach Bayern oder Österreich ziehen. Wer kommt mit?